promotion managerIn Deutschland absolvieren jedes Jahr rund 25.000 Akademiker erfolgreich ein Promotionsverfahren – laut dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) sind das weit mehr als in jedem anderen europäischen Land. Am häufigsten wird der „Dr.“ in der Medizin verliehen. Aber auch in den Naturwissenschaften gibt es viele Doktoren – gefolgt von promovierten Juristen, Wirtschaftswissenschaftlern und Bauingenieuren.

Eine Promotion kostet reichlich Zeit und Nerven, verspricht aber auch ein höheres Gehalt, eine schnellere Karriere und nicht zuletzt gesellschaftliche Anerkennung. In einigen Bereichen ist der Doktorgrad sogar unerlässlich für das berufliche Fortkommen. Entscheidend ist dabei die Branche: In der Chemie- und Pharmaindustrie beispielsweise ist er nahezu Pflicht, um Karriere zu machen. Auch Banken und Unternehmensberatungen legen Wert auf den Titel, um die Kompetenz ihrer Mitarbeiter zu unterstreichen. In Werbeagenturen dagegen sind Promovierte eher eine Seltenheit.

Der Doktortitel verspricht höhere Einstiegsgehälter

Eine Promotion gilt nach wie vor als Nachweis für eine hohe Leistungsbereitschaft. Und so schlägt der begehrte Titel sich auch in einem höheren Gehalt nieder. Während Berufseinsteiger mit Universitätsdiplom in Deutschland im Schnitt auf rund 40.000 Euro kommen, erhalten Berufsanfänger mit Doktortitel im Schnitt schon mehr als 50.000 Euro – ein Plus von 25 Prozent. Zu bedenken ist dabei allerdings, dass die Zeit der Promotion – und dies gilt insbesondere für die Vollzeitpromotion – natürlich mit erheblichen Gehaltseinbußen verbunden ist, die danach erst einmal wieder erwirtschaftet werden müssen.

Laut einer Studie des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) schaffen es Mitarbeiter mit reinen Hochschulabschlüssen seltener in Führungspositionen: Für Positionen im Top-Management ist der Doktortitel oftmals ein notwendiger Türöffner, da Unternehmen ihre Chefsessel gern repräsentativ besetzen. Vor allem Konzerne bevorzugen Führungskräfte mit Promotion.

Hoch dotierte Stellen in Führungspositionen

Es rechnet sich, wenn Doktoren eine Führungslaufbahn einschlagen. Denn dort winken die hoch dotierten Jobs – und das große Geld. Promovierte Führungskräfte verdienen in der Regel mehr als ihre Kollegen ohne Promotion. So liegt das Gehalt von Führungskräften in der Pharma- und Chemiebranche laut einer PersonalMarkt-Auswertung  ohne Promotion im Schnitt bei 107.000 Euro jährlich, mit Promotion sind es rund 114.000 Euro. Führungskräfte bei Energie- und Versorgungsunternehmen kommen ohne Doktortitel auf 103.000 Euro – mit Doktortitel sind es 127.000 Euro Jahresgehalt. Im Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau erzielen Führungskräfte mit einer Promotion demnach 122.700 Euro jährlich, ihre Kollegen ohne Promotion liegen bei 100.400 Euro Jahresgehalt (Ob Sie Ihr Gehalt gut verhandelt haben, oder noch Potenzial nach oben besteht, können Sie mit unserer Gehaltsanalyse herausfinden).

Übrigens, der Doktor ist ein akademischer Grad, kein Titel im engeren Sinne – und damit auch nicht Bestandteil des bürgerlich-rechtlichen Namens.

Heike Friedrichsen, PersonalMarkt

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Eine Promotion lohnt sich vor allem für Top-Manager, 5.0 out of 5 based on 2 ratings