Sie glauben, Ihr Gehalt verhandeln Sie erst im Bewerbungsgespräch? Falsch gedacht: Schon beim Schreiben Ihres CV schaffen Sie die Grundlage für die spätere Vergütung in Ihrem neuen Job. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt.

Sicher – einen CV zu schreiben ist grundsätzlich eine Kunst für sich. Fragen Sie zehn Ratgeber zum richtigen  Aufbau und Sie erhalten zehn verschiedene Antworten, von denen alle ihre Berechtigung haben. Doch während Struktur und Gliederung des CV bis zu einem gewissen Grad verhandelbar sind, gilt dies mitnichten für die Formulierungen. Denn mit diesen schaffen Sie die Grundlage für das initiale Gehaltsangebot, das Ihnen im Bewerbungsgespräch offeriert wird. Es liegt also an Ihnen, wie Sie bereits vor dem ersten Aufeinandertreffen eingestuft werden: Einer von vielen Bewerbern mit ausreichenden Fähigkeiten – oder aber der ideale Kandidat für den Job.

Seien Sie spezifisch

Wenn Sie einige einfache Regeln beachten, können Sie die Aufmerksamkeit, die ihr CV beim Lesen erzeugt, deutlich erhöhen. Die erste davon ist: Seien Sie spezifisch in der Beschreibung ihrer bisherigen Tätigkeiten. Ein Beispiel: Wenn Sie sich als „Projektmanager mit mehrjähriger Erfahrung in unterschiedlichen Unternehmensbereichen“ präsentieren, so schaffen Sie lediglich ein vages Bild von ihrer bisherigen Arbeit. Projektmanager gibt es schließlich auf unterschiedlichen Hierarchieebenen, mehrjährige Arbeitserfahrung kann alles zwischen drei und 30 Jahren bedeuten und unterschiedliche Unternehmensbereiche können auch zwei Abteilungen mit relativ ähnlichen Arbeitsinhalten sein. Zudem wird nicht erwähnt, in welchen Unternehmen Sie tätig waren. Außerdem  – und das ist die zweite Regel – sollten Sie unbedingt Formulierungen nutzen, die der angestrebten Position entsprechen. Wenn es also um eine Führungsposition geht, darf das Wort „führen“ oder ein synonymer Begriff in der Beschreibung ihrer bisherigen Tätigkeit auf keinen Fall fehlen.

Kein Eigenlob

Eine weitere Regel ist, dass Sie sich nicht selbst beurteilen dürfen – die Bewertung Ihrer bisherigen Tätigkeiten sollte Ihrem Gesprächspartner obliegen, Ihr CV dient lediglich dazu, diese angemessen dazustellen. Insofern sind wertende Formulierungen grundsätzlich ein No-Go beim Schreiben von CVs – gleichzeitig sollten Sie in Ihrem CV aber unbedingt Vorlagen für positive Bewertungen durch Ihren Gesprächspartner „bereithalten“, indem Sie auf bisherige berufliche Erfolge verweisen, beispielsweise Wachstum in Ihren bisherigen Verantwortungsbereichen. Auch müssen Sie ein möglichst umfassendes Bild Ihrer bisherigen Beschäftigungen erzeugen, weshalb Sie sich bei der Zusammenfassung ihrer Arbeitserfahrung nicht auf das Highlight Ihrer bisherigen Karriere beschränken dürfen, sondern auch vermeintlich weniger „wertige“ Arbeitgeber aufführen sollten. Zurückgreifend auf unser anfangs genanntes Beispiel des Projektmanagers könnte eine gelungene Zusammenfassung also wie folgt aussehen: „Senior-Projektmanager mit zehnjähriger Berufserfahrung in einem DAX-Konzern und mehreren mittelständischen Unternehmen, Tätigkeitsschwerpunkte bisher:  Forschung, Entwicklung und Vertrieb“.

Seien Sie authentisch

Was Sie ebenfalls beachten sollten, wenn Sie Ihren CV schreiben: Die Schuhe, die Sie Ihrem potenziellen Arbeitgeber vorab präsentieren, sollten Ihnen im Bewerbungsgespräch auch passen. Es nützt selbstverständlich nichts, einen makellosen CV einzureichen, den mit diesem erzeugten Eindruck dann im Job-Interview aber nicht bestätigen zu können. Mit anderen Worten: Verkaufen Sie sich gut – aber verkaufen Sie auch wirklich nur sich selbst!

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