Personalverantwortliche lieben sie, bei Bewerbern sorgen sie im Interview regelmäßig für Schweißausbrüche: Toughe Bewerbungsfragen. In unserer Serie sammeln wir die härtesten Fragen aus Bewerbungsgesprächen und geben Tipps, wie Sie diese am besten beantworten können. Heute der dritte Teil.

„Was werden Sie in den ersten vier Wochen in Ihrer neuen Position erreicht haben?“

Die Frage geht ans Eingemachte, hier will Ihr Gesprächspartner konkrete Ziele von Ihnen genannt bekommen. Aber denken Sie daran: Sie kennen die genaue Situation rund um Ihre neue Tätigkeit nicht, sind nicht im Detail mit den Strukturen, Hierarchien und konkreten Aufgaben ihres Tätigkeitsbereichs vertraut und können daher natürlich nichts Konkretes zu Ihrer zukünftigen Tätigkeit im Unternehmen sagen – das wird Ihr Gesprächspartner in diesem Interview aber auch nicht von Ihnen erwarten. Was er aber sehr wohl  erwarten kann ist, dass Sie innerhalb der ersten vier Wochen die genannten Unsicherheiten auflösen und sich am Ende dieses Zeitraums über Ihre Stellung, Ihre Aufgaben und Ihre Ziele als Führungskraft oder Experte im Unternehmen klar sind. Dies sollten Sie auch so kommunizieren.

„Was haben Sie in Ihrem vergangenen Job am wenigsten gemocht – und warum?“

Eine knifflige Frage. Vermeiden Sie auf jeden Fall persönliche Kritik an Ihren ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten, das macht einen schlechten Eindruck. Versuchen Sie stattdessen, ihrem Gegenüber im Bewerbungsgespräch zu vermitteln, dass Sie Ihren vergangenen Job durchaus gern gemacht haben – Sie aber die Chance zur Weiterentwicklung nutzen möchten, die Ihnen der ausgeschriebene Job bieten würde. Hierzu benötigen Sie natürlich ausreichende Kenntnisse über die Tätigkeiten, die mit der Stelle verbunden sind. Allerdings wird Ihr Gesprächspartner solche Kenntnisse im Interview sowieso voraussetzen, weshalb Sie Wissenslücken in diesem Bereich grundsätzlich vermeiden sollten.

„Was ist Ihre größte Angst?“

Vermeiden Sie unbedingt zu allgemeine oder ausweichende Aussagen. Sicherlich ist die Furcht um die Gesundheit Ihrer Familie oder die vor unkontrollierbaren Risiken eine bequeme Antwort, an der grundsätzlich nichts auszusetzen ist – aber es darf gern jobspezifischer werden. Beispielsweise können Sie Ihrem Gesprächspartner im Interview deutlich machen, dass Sie sich der Risiken in einer Führungsposition durchaus bewusst sind und Sie mit diesen auch gewisse Ängste verbinden – dass Sie gerade darin aber eine besondere Herausforderung sehen, um sich beruflich weiter zu entwickeln.

„Welche Eigenschaften würden Ihre Freunde nennen, wenn sie Sie beschreiben würden?“

Lassen Sie sich nicht durch die Formulierung erschrecken – dies ist lediglich eine modifizierte Variante der Frage über die persönlichen Stärken und Schwächen, die gern im Bewerbungsgespräch gestellt wird. Hinsichtlich Ihrer Stärken gilt: Übertreiben Sie nicht, aber wirken Sie dennoch überzeugend und selbstsicher, wenn Sie Ihre Fähigkeiten präsentieren. Wenn Sie auf Ihre Schwächen eingehen, lassen Sie Vorsicht walten. Um es überspitzt zu sagen: Kein Arbeitgeber möchte hören, dass Sie regelmäßig zu spät kommen. Vielmehr sollten Sie hier Schwächen darstellen, die nicht zu groß ins Gewicht fallen, oder aber – das ist der Idealfall – sich als Stärken uminterpretieren lassen. Allerdings sollten Sie dabei auf „Klassiker“  wie „Perfektionismus“ oder „Ungeduld“ verzichten, eine solche Antwort hinterlässt bei Personalverantwortlichen heutzutage in den meisten Fällen nicht mehr als ein müdes Lächeln.

Den zweiten Teil zu unserer Serie über die härtesten Bewerbungsfragen finden Sie hier.

Und jetzt sind Sie dran!

Kennen Sie noch weitere, besonders harte Bewerbungsfragen, die Sie gern im Rahmen dieser Serie beantwortet sehen möchten? Dann schicken Sie uns diese einfach an blog@experteer.de.

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