Die härtesten Bewerbungsfragen – und wie Sie diese meistern (Teil 4)
31. Mai 2010 in von Experteer
Personalverantwortliche lieben sie, bei Bewerbern sorgen sie im Interview regelmäßig für Schweißausbrüche: Toughe Bewerbungsfragen. In unserer Serie sammeln wir die härtesten Fragen aus Bewerbungsgesprächen und geben Tipps, wie Sie diese am besten beantworten können. Heute der vierte Teil.
Welchen Führungsstil bevorzugen Sie?
Mit Hilfe diese Frage möchte Ihr Gesprächspartner herausfinden, ob Sie als Bewerber in das Unternehmen passen. Entspricht Ihr präferierter Führungsstil dem, der bei Ihrem potenziell neuen Arbeitgeber gepflegt wird? Werden Sie mit den neuen Kollegen und Vorgesetzen auskommen? Welche Rolle spielt kollegiales Verhalten für Sie? Sind Sie teamfähig? Legt man hier die drei klassischen Führungsstile zugrunde – hierarchisch, demokratisch und laissez faire – so sagt eine Entscheidung für einen davon dementsprechend bereits sehr viel über Ihre persönliche Vorstellung von innerbetrieblicher Zusammenarbeit aus. Allerdings sollten Sie bedenken, dass in bestimmten Situationen temporär auch Veränderungen beim Führungsstil gefragt sein können. Insofern sollten Sie sich zwar grundsätzlich darüber klar sein, welchen Führungsstil Sie persönlich bevorzugen, können sich bei der Antwort aber dennoch etwas Spielraum offenlassen – beispielsweise, in dem Sie darauf verweisen, dass Sie zwar grundsätzlich eigenverantwortliches Arbeiten bevorzugen, aber durchaus dazu bereit sind sich situativ auch in hierarchische Strukturen einzufügen, wenn es der Optimierung des Workflows dienlich ist.
Wie lange wollen Sie bei uns bleiben?
Hier geht es darum zu klären, inwiefern Ihre persönlichen Vorstellungen hinsichtlich der Dauer des Arbeitsverhältnisses mit denen des Unternehmens übereinstimmen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie sich hier entsprechend der Stellenanzeige äußern. Wurde eine unbefristete Stelle ausgeschrieben, so sollten Sie unbedingt klarmachen, dass Sie an einer dauerhaften, langfristigen Tätigkeit interessiert sind. Geht es demgegenüber um einen Zeitvertrag, so ist dies auch Ihre Richtlinie. In beiden Fällen können Sie darauf verweisen, dass Sie sich vor allem beruflich weiterentwickeln möchten – auch eine befristete Stelle kann schließlich als Sprungbrett in das Unternehmen dienen. Generell gilt es hier zu vermitteln, dass man auf jeden Fall bereit ist, bei entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten dem Unternehmen längerfristig zur Verfügung zu stehen und dass sich eine „Investition“ in den Bewerber lohnt. Schwieriger wird es, wenn in der zugrunde liegenden Stellenanzeige keine Tendenz hinsichtlich der Länge des Arbeitsverhältnisses auf Unternehmensseite zu erkennen ist. Aber auch für diesen Fall gibt es eine elegante Lösung: Antworten Sie diplomatisch, dass Sie zwar grundsätzlich eine dauerhafte Anstellung suchen, in diesem konkreten Fall aber auch einen Zeitvertrag annehmen würden – da Sie unbedingt bei diesem Unternehmen arbeiten möchten.
Gegenüber ihren bisherigen Arbeitserfahrungen scheinen die Anforderungen der ausgeschrieben Stelle eher gering. Wie ist Ihre Meinung dazu?
Mit anderen Worten: „Sie sind überqualifiziert“. Und nun? Gehen Sie davon aus, dass diese Frage eigentlich eine verklausulierte Aussage ist: „Sie sind zu teuer“. Oder: „Sie sind doch sofort wieder weg, wenn Sie etwas besseres finden“. Und genau hier müssen Sie ansetzen – machen Sie Ihrem Gesprächspartner klar, dass diese Annahmen unberechtigt sind. Versichern Sie Ihrem potenziellen Arbeitgeber absolute Loyalität: Zeigen Sie die Herausforderungen für sich auf, beschreiben Sie, was Ihnen an der Position gefällt und vermitteln Sie, dass es sich um ihren absoluten Traumjob bei ihrem Wunscharbeitgeber handelt. Überdenken Sie gleichzeitig Ihre Strategie für die Gehaltsverhandlung. Reduzieren Sie beispielsweise ihre Gehaltsvorstellungen um fünf bis maximal zehn Prozent und denken Sie stattdessen über mögliche andere unentgeltliche Vorteile nach, sollte dies für Sie in Frage kommen. So können Sie beispielsweise eine Option auf spätere Gehalterhöhungen oder einen festgelegte Verbesserung Ihres Jobtitels nach einem bestimmten Zeitpunkt vorschlagen.
Den dritten Teil unserer Serie über die härtesten Bewerbungsfragen finden Sie hier.
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Und jetzt sind Sie dran!
Kennen Sie noch weitere, besonders harte Bewerbungsfragen, die Sie gern im Rahmen dieser Serie beantwortet sehen möchten? Dann schicken Sie uns diese einfach an blog@experteer.de.
Wir bedanken uns bei allen Lesern für die bisherigen Zusendungen!



