Employer Branding – begeistern Sie Ihre (potenziellen) Mitarbeiter!
29. April 2010 in von Experteer>
Lange Zeit war Employer Branding nur unter Human Ressources Experten ein Thema – und wurde selbst dort eher stiefmütterlich behandelt. Doch in den vergangenen Jahren hat sich die Erkenntnis über die enorme Relevanz der gezielten Konstruktion einer Arbeitgebermarke auf breiter Front durchgesetzt.
Als Employer Branding wird eine Unternehmensstrategie verstanden, bei der Marketingmaßnahmen aus dem Bereich des Branding zur Anwendung kommen, um ein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und so eine Arbeitgebermarke zu erschaffen.
Das Ziel ist, durch diese Positionierung eine positive Innen- und Außenwahrnehmung des Unternehmens als Arbeitgeber zu erreichen. Wesentliche Benefits eines gelungenen Employer Brandings sind die gesteigerte Leistungsbereitschaft und Unternehmensbindung von Mitarbeitern, die Optimierung von Recruitingprozessen, Kostensenkung und höhere Kundenzufriedenheit.
Employer Branding „rechnet“ sich
Im Wesentlichen lassen sich die Argumente für Employer Branding auf zwei Kernpunkte reduzieren: Effizienzsteigerung und Imagebildung. Erstere drückt sich vor allem in Punkten wie einer deutlich geringeren Mitarbeiterfluktuation in solchen Unternehmen aus, die gezielt Employer-Branding-Strategien einsetzen. Auch lässt sich feststellen, dass Angestellte und Führungskräfte sorgsamer mit Ressourcen und Waren ihres Arbeitgebers umgehen, wenn dieser gezielt auf den Aufbau einer Arbeitgebermarke setzt. Zudem lassen sich in Folge von Employer Branding Umsatzsteigerungen und eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit messen, die auf erhöhtes Commitment der Mitarbeiter zurückzuführen sind.
Der Kampf um die besten Köpfe
Auch Wettbewerbsvorteile im Kampf um die besten Fach- und Führungskräfte lassen sich durch Employer Branding erzielen – hier spielt vor allem die positive Außenwahrnehmung des Arbeitgebers eine große Rolle. Dies führt nicht nur zu einer Zunahme von Bewerbungen sondern erhöht auch die Zahl der Bewerber mit optimaler Qualifikation. Zurückzuführen ist dies auf die Kommunikation von Unternehmenszielen, -eigenschaften und -kultur, die ein deutliches Image im Kopf potenzieller Bewerber entsteht lässt – so können diese gezielter entscheiden, ob Sie zu einem Arbeitgeber passen – und dieser zu ihnen.
Mitarbeiterbindung und öffentliche Meinung
Der gleiche Effekt lässt sich auch unternehmensintern feststellen: Wenn ihr Arbeitgeber Employer Branding betreibt, weisen Mitarbeiter eine stärkere Identifikation mit diesem auf. Gezielter Aufbau einer Arbeitgebermarke holt also nicht nur gut ausgebildete Executives und Professionals ins Unternehmen, sondern bindet auch vorhandene Potenziale langfristig. Zudem führt die gezielte Markenbildung dazu, dass sich die Außenwahrnehmung eines Arbeitgebers auch jenseits des Arbeitsmarktes verbessert – insbesondere mit Blick auf die Finanzmärkte und die öffentliche Meinung wird hier ein weiterer positiver Aspekt des Employer Branding deutlich.
Der Weg zur Arbeitgebermarke
Analysieren Sie zunächst ihr Unternehmen: Wofür stehen Sie? Was hebt Sie positiv von Ihrer Konkurrenz ab? Welche Werte vertreten Sie? Formulieren Sie auf Grundlage dieser Punkte zunächst einen prägnanten Claim. Im nächsten Schritt sollten Sie zusätzliche Kernaussagen festlegen, die weitere Merkmale en Detail ansprechen – beispielsweise Aussagen zum Betriebsklima, zur Arbeitszeit oder zu besonderen Sozialleistungen im Unternehmen. Nachdem Sie all diese Schritte berücksichtigt haben, lassen Sie Claim und Kernaussagen in ihren Arbeitgeberauftritt einfließen.
Wichtig ist, dass Sie ausnahmslos und immer als einheitliche Employer Brand auftreten – nicht nur im Recruiting Prozess, sondern auch in der sonstigen in- und externen Unternehmenskommunikation. Außerdem sollten Sie bedenken, dass schon der Aufbau einer Employer Brand sehr zeitaufwändig sein kann und diese permanent betreut werden muss – insofern kann es sich unter Umständen anbieten, eine spezialisierte Agentur mit dieser Aufgabe zu betreuen.