Trennungsmanagement – neudeutsch auch Outplacement genannt – gewinnt in deutschen Unternehmen zunehmend an Priorität. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hamburg, die in Zusammenarbeit mit der Outplacementberatung SKP durchgeführt wurde.

Die Befragung wurde vom Lehrstuhl für Personalwirtschaft der Hochschule konzipiert und unter 13.000 Personalern in Deutschland durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass über 80 Prozent der Befragten aus dem Bereich Human Ressources einen zu geringen Grad an Professionalität ihres Unternehmens im Bereich Outplacement bemängeln. Und das, obwohl von mangelnder Sensibilität für die Relevanz von Trennungsmanagement wirklich keine Rede sein kann: 84 Prozent der Unternehmen sehen darin ein „Top-Thema“, mit dem sie Führungskräfte auf den obersten Ebenen betrauen. Doch während der Abbau von Arbeitsplätzen und dessen Gründe in 99 Prozent durch die Unternehmen selbst an die betroffenen Mitarbeiter kommuniziert wird, werden Maßnahmen im Bereich Outplacement in vielen Fällen bei externen Dienstleistern in Auftrag gegeben.

Faire und konfliktfreie Trennungen sind wichtig

So greifen Unternehmen bei Bewerbungstrainings für zu entlassende Mitarbeiter in 80 Prozent der Fälle auf außenstehende Berater zurück; 78 Prozent tun dies bei Beschäftigtentransfers; 73 Prozent zur Erstellung von Kompetenzprofilen und 62 Prozent für psychologische Beratungsleitungen. Und auch wenn Abfindungen immer noch die am häufigsten anzutreffenden Mittel bei Entlassungen sind – über 95 Prozent der Unternehmen zahlen diese an betroffene Mitarbeiter -, so gewinnen Maßnahmen wie Bewerbungstrainings (46 Prozent) und sozialversicherungsrechtliche Beratungsangebote (39 Prozent) zunehmend an Bedeutung im Trennungsmanagement. Dies entspricht einer generellen Tendenz, nach der Unternehmen die Trennung von Mitarbeitern so fair und konfliktfrei wie möglich gestalten wollen –mehr als 80 Prozent von ihnen arbeiteten im vergangenen Jahr mit Aufhebungsverträgen oder ließen befristete Arbeitsverträge auslaufen, um sich von Mitarbeitern zu trennen.

Kosten senken und Imageschäden vermeiden

Es gibt natürlich handfeste Gründe, warum Arbeitgeber an einer gütlichen Trennung von Mitarbeitern interessiert sind. Zwar nannte der mit Abstand größte Teil der befragten Personaler (97 Prozent) soziale Verantwortung gegenüber betroffenen Mitarbeitern als Grund für Outplacementmaßnahmen und auch die Motivation verbleibender Angestellter spielt für viele eine Rolle (63 Prozent). Aber immerhin fast 60 Prozent beziffern die indirekten Trennungskosten bei nicht-gütlichen Trennungen von einer Führungskraft auf mehr als 10.000 Euro – eine Ausgabe, die selbstverständlich vermieden werden soll. Weitere 40 Prozent wollen durch Outplacement rechtliche Auseinandersetzungen vermeiden und 32 Prozent der Befragten machen sich Sorgen um ihr Employer Branding – sie möchten auf diesem Weg einen negativen Einfluss auf ihre Arbeitgebermarke verhindern. Demgegenüber ist die Senkung oder Vermeidung von Abfindungszahlungen kaum ein Argument, nur acht Prozent der befragten Verantwortlichen aus dem Bereich Human Ressources gaben dies als Faktor an.

Der Grund für den bevorzugten Rückgriff von Unternehmen auf externe Dienstleister für Outplacementmaßnahmen ist übrigens in der Neutralität außenstehender Berater zu suchen – der professionelle Abstand zu allen am Prozess der Trennung Beteiligten spielt schließlich eine große Rolle bei einem sensiblen Thema wie diesem.


Eine ausführliche Auswertung der Studie können Sie hier direkt herunterladen.