Was macht einen guten Headhunter aus Unternehmenssicht aus?
8. September 2010 in von Experteer>
Die Frage: „Was macht einen guten Headhunter aus“ stellt sich nicht nur aus Sicht des jeweiligen Kandidaten – auch und gerade als Unternehmen, das einen Personalberater einsetzt, ist die Auswahl eines vertrauenswürdigen und guten Headhunters enorm wichtig. Schließlich soll dieser nicht nur den geeigneten Kandidaten für die vakante Stelle identifizieren, sondern repräsentiert gleichzeitig auch seinen Auftraggeber gegenüber allen Kandidaten, die er für das Mandat anspricht. Wir haben einige Merkmale zusammengestellt, die bei der Identifikation eines guten Headhunters helfen können.
Erfahrung und Kompetenz
Zwei der wesentlichsten Merkmale für einen guten Headhunter sind seine Kompetenz und seine Erfahrung. Deshalb sollte bei der Auswahl eines Headhunters zunächst überprüft werden, ob dieser in der jeweiligen Branche bereits Erfahrungen besitzt und wie lange der Headhunter schon im Geschäft ist. Im Falle von Executive Search ist auch die Erfahrungen hinsichtlich der Vermittlung gehobener Karrierelevel sehr wichtig. Diese Informationen lassen Rückschlüsse auf die individuelle Fachkompetenz des Headhunters und auf die Größe seines Netzwerks zu.
Unabhängig, offen – und dennoch verschwiegen
Ebenfalls wichtig, aber schwieriger zu überprüfen ist die Unabhängigkeit des Headhunters. Daher sollte die Zusammenarbeit mit einem Headhunter bei jedem kleinen Anzeichen von Einflussnahme durch Dritte – etwa bei dem Verdacht von Gefälligkeitsgutachten über Bewerber – sofort beendet werden. Auch wird ein guter Headhunter so offen wie möglich über seine bisherigen Auftraggeber sprechen – dabei aber gleichzeitig aber so verschwiegen wie nötig sein. Viele Auftraggeber wünschen nicht, dass der Personalberater sie namentlich nennt. Insofern finden Verweise auf Referenzen oftmals anonymisiert statt. Der Headhunter wird Ihnen dann zwar mitteilen, dass er beispielsweise eine Führungsposition im Marketing eines international tätigen Unternehmens in Branche XY besetzt hat, aber den Namen wird er nicht nennen.
Seriosität – nicht nur bei Honoraren
Die Seriosität eines Headhunters lässt sich nicht zuletzt auch an der Art und Weise der Honorarverhandlung ausmachen. Es gilt die Regel: Ein im Vorfeld vereinbartes Honorar ist verbindlich, spätere Zusatzforderungen oder Änderungen des Honorars sind nicht üblich – ebenso wie erfolgsbasierte Honorare, die in der Branche nicht als seriös gelten. Gute Headhunter geben Ihren Kunden in der Regel auch eine Garantie. Wenn also der Kandidat innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausfällt, wird durch den Headhunter kostenlos nachbesetzt. Außerdem wird ein Headhunter normalerweise entweder Teil von einem Headhunternetzwerk oder -verband sein, an dessen Grundsätze er gebunden ist. Falls eine solche Mitgliedschaft nicht gegeben ist, sollte zumindest ein eigener Grundsatzkatalog vorhanden sein – im Idealfall direkt einsehbar auf der Website des Headhunters. Dort sollten auch Hinweise auf Zertifizierungen nach ISO und andere Qualitätsstandards zu finden sein, die der Headhunter einhält.
Sicherlich können die genannten Punkte nur eine grobe Orientierungshilfe sein, wenn es darum geht, einen guten und vertrauenswürdigen Headhunter zu finden. Letztlich sollte im Entscheidungsprozess auch das Bauchgefühl nicht völlig außen vor bleiben – schließlich ist das Personalberatungsgeschäft eine sehr persönliche Branche, bei der Sympathie durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.