„Wenn einer spricht, müssen die Anderen zuhören – das ist deine Gelegenheit. Missbrauche sie.“ Was uns Kurt Tucholsky mit seiner „Anleitung für einen schlechten Redner“ sagen möchte, sollte in diesem kurzen Zitat bereits deutlich werden: Es gibt viele Wege um einen Vortrag zu halten – doch nur wenige davon sind empfehlenswert.

Aber welches sind die entscheidenden Merkmale eines gelungenen Vortrags und wie setzt man diese in der Vorbereitung und während der Präsentation am besten um? Wir fassen die wichtigsten Punkte einer zielorientierten Präsentationstechnik für Sie zusammen.

Vorbereitung und Aufbau

Entscheidend für eine gelungene Präsentation ist zunächst die Vorbereitung. Bevor Sie Sich an die Ausarbeitung machen, stellen Sie Sich ein paar wesentliche Fragen: Welches Ziel verfolge ich? Welche Zielgruppe spreche ich an? Welche technischen Mittel stehen mir zur Verfügung? Wie ist der Präsentationsort aufgebaut? Welches Hintergrundwissen hat das Publikum zu dem Thema? Mit welchen Fragen muss ich rechnen? Auf Basis dieser Punkte können Sie bereits den wesentlichen Rahmen Ihrer Präsentationstechnik bestimmen.

Als nächstes sollten Sie Sich über den optimalen Aufbau bewusst werden. Hier ist entscheidend, welches Ziel Sie mit der Präsentation verfolgen: Wollen Sie Ihre Zuhörer über ein Thema informieren, oder sollen diese von einer Handlungsvariante überzeugt werden? Falls Information das Kernziel Ihres Vortrags ist, sollten Fakten und Gedankengänge im Mittelpunkt stehen. Demgegenüber muss eine auf Überzeugung ausgerichtete Präsentation vor allem argumentieren: Benennen Sie Probleme, bieten Sie Lösungsvorschläge an und – ganz wichtig – entkräften Sie Gegenpositionen.

Technik und Auftritt

Die Frage nach der idealen Präsentationstechnik umfasst zwangsläufig auch die nach den verwendeten Hilfsmitteln. Als grobe Richtlinie gilt: Bei bis zu 30 Zuhörern können Sie gut mit einem Whiteboard, Flipchart oder einer Pinnwand arbeiten – diese Medien eignen sich besonders für Interaktion mit dem Publikum. Bei größeren Gruppen sollten Sie Projektoren oder Beamer nutzen, um Folien oder audiovisuelle Medien zu präsentieren. Gerade bei Folien gilt es aber zu berücksichtigen, dass nicht jeder Folientyp für jedes Präsentationsziel geeignet ist. So sind beispielsweise Charts und Statistiken ideal um komplexe Sachverhalte zu erklären – beim verdeutlichen von Strukturen stoßen sie aber schnell an ihre Grenzen. Überlegen Sie daher, welcher Typ ihr Ziel am besten unterstützt – ein kleiner Tipp: Roadmaps und Workflows sind multikompatible Folientypen und eignen sich für die allermeisten Präsentationen.

Zu guter Letzt sollten Sie nicht vergessen, dass auch eine optimal ausgearbeitete Präsentation nur so gut sein kann wie ihr Präsentator. Achten Sie daher auch auf Ihr Auftreten, auf Gestik, Mimik und ihre Sprache: Sprechen Sie nicht zu laut, nicht zu leise, nicht zu hoch oder zu tief – und nicht zu langsam oder schnell. Um Ihren Auftritt abzurunden, sollten Sie zudem Blickkontakt zum Publikum suchen – so entsteht eine zweiseitige Kommunikationssituation, die das Publikum involviert und Ihnen zusätzliche Sicherheit gibt.

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