Konflikte und Konfliktlösungen im Beruf

Der Büroalltag ist sehr oft durchzogen von größeren und kleineren Konflikten, die während Verhandlungen oder einfach in der gemeinsamen Zusammenarbeit auftreten können. Darüber hinaus werden auch immer wieder Fälle von Mobbing bekannt. Im Zusammenhang mit solchen und anderen Konflikten im Büro wird als Lösungsansatz das Rosenberg Modell empfohlen.

Das Rosenberg Modell ist eine Strategie zur Konfliktbewältigung, die man im normalen privaten Alltag, aber eben auch im Beruf einsetzen kann. Denn gerade im geschäftlichen Umfeld ist es außerordentlich wichtig, Konflikte zu vermeiden oder zumindest so wenig emotional wie möglich zu gestalten.  Dabei setzt das Rosenberg Modell auf einen einfachen Aspekt: Innerhalb einer Kommunikationssituation, die von Anklagen einer Seite geprägt ist, setzt die andere Seite oft auf Verteidigung oder Gegenanklage. Dies führt zu Wortgefechten, die sich immer weiter aufschaukeln. Somit wird die emotionale Seite eines Streits sehr viel mehr betont, als die inhaltliche Seite. Das Finden einer Lösung wird somit erschwert.

Konfliktlösung nach Rosenberg

Das Rosenberg Modell setzt genau an diesem Punkt an und empfiehlt, dass zunächst alle emotionalen Aspekte aus der Kommunikation entfernt werden sollten. Man konzentriert sich also auf die Dinge, um die es in der Kommunikation wirklich gehen sollte. Gleichzeitig vermeidet man dabei Anklagen, Bewertungen und alles weitere, was der Gegenüber emotional aufnehmen könnte. Stattdessen sollte die sachliche Ebene in den Vordergrund gerückt werden. Das ist in vielen Fällen allerdings nicht so einfach, wie es zunächst klingt. Darum hat der Psychologe Marshall B. Rosenberg im Rahmen des nach ihm benannten Modells einen 4-Stufen Plan zur „gewaltfreien Kommunikation“ entwickelt.

Diese vier Stufen der gewaltfreien Kommunikation im Rosenberg Modell bestehen aus:

  1. Ausschalten von Bewertung und Interpretation, stattdessen Beobachtung.
  2. Beobachtete Gefühle beider Seiten benennen.
  3. Daraus auf die Bedürfnisse des Anderen schließen und diese ernst nehmen.
  4. Die Bedürfnisse in die eigenen Bitten einbauen, wobei diese erfüllbar sein müssen.

Das Model erfordert einige Übung und wurde von Rosenberg zudem auch für bestimmte Kommunikationssituationen ausdifferenziert.

Gerade für Verhandlungen mit dem Chef oder auch in Gesprächen mit Kollegen lohnt sich der Einsatz des Rosenberg Modells – im geschäftlichen Bereich werden leider viel zu oft persönliche Interessen mit beruflichen Zielen vermischt. Dabei verläuft geschäftliche Kommunikation nicht nur gewinnbringender, sondern auch stressfreier, wenn man sich nicht von subjektiven Einflüssen ablenken lässt. Das Rosenberg Modell für gewaltfreie Kommunikation birgt zudem den Vorteil, dass die Kommunikation sehr viel mehr auf Gesprächsinhalte gelenkt wird. Statt auf die eigenen Gefühle konzentriert man sich so auf die des Gegenübers. Dadurch werden auch die Inhalte viel besser aufgenommen, was schlussendlich beiden Kommunikationspartnern Vorteile verschafft.