Mal ehrlich: Wie viel Prozent Ihrer Angestellten sind A-Mitarbeiter? 20? 50? 75? Wenn letzteres zutrifft: Herzlichen Glückwunsch. Wenn es aber eher die erste Zahl ist – oder Sie womöglich gar nicht wissen, was ein A-Mitarbeiter ist -, dann legen Sie sämtliche andere Lektüre beiseite und lesen Sie sofort „Die Personalfalle“ von Jörg Knoblauch – Ihr Unternehmenserfolg könnte davon abhängen.

Wie richtet man im 21. Jahrhundert ein gesundes Unternehmen innerhalb kurzer Zeit zugrunde? Ich verrate es Ihnen: Optimieren Sie Ihre Prozesse! Sorgen Sie für maximale Effizienz. (…) Nutzen Sie alle modernen Instrumente des Kapitalmarkts. Weiter geht es: Überdenken Sie Ihre Strategie! (…) Ja, tun Sie das alles, machen Sie also alles richtig – und vergessen Sie darüber Ihre Mitarbeiter! Machen Sie sich über die Menschen keine Gedanken mehr. Am allerwichtigsten: Schaffen Sie sofort Ihre Personalabteilung ab! Die brauchen Sie ohnehin nicht mehr, die kostet nur Geld.

Gute Mitarbeiter sind der Garant unternehmerischen Erfolgs

Falls das nicht sofort deutlich wurde: Der voranstehende Absatz – aus dem Vorwort von „Die Personalfalle“ – ist ironisch gemeint. Worauf der Autor, Prof. Dr. Jörg Knoblauch, hinaus will: Viele Unternehmer vergessen, dass  fleißige, engagierte und gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte die Grundlage jedes unternehmerischen Erfolgs sind – oder, wie Knoblauch es formuliert: Die besten Mitarbeiter für den jeweiligen Job sind jetzt und in Zukunft der einzige Garant für das dauerhafte Überleben Ihres Unternehmens, während auf der anderen Seite unfähige Mitarbeiter Ihre Firma ruinieren. Übersehen Sie diese Entwicklung, und Sie sind demnächst pleite!“ Und genau hier kommen anfangs genannte A- sowie B- und C-Mitarbeiter ins Spiel…

Möglichst viel A und möglichst wenig C

Während Knoblauch unter A-Mitarbeitern die bereits genannten Angestellten versteht – ideenreich, motiviert und zupackend – sind seiner Ansicht nach die am häufigsten anzutreffenden Mitarbeiter jene der Kategorie B: Sie erledigen ihre Arbeit, ohne dabei aber zu viel Engagement aufkommen zu lassen – mit anderen Worten: „Sie stören nicht“. Das wirkliche Problem sieht der Autor aber in der dritten Kategorie, bei den C-Mitarbeitern. Diese schaden dem Unternehmen seiner Meinung mehr, als dass sie diesem helfen. Und – das ist noch schlimmer – C-Mitarbeiter können auch demotivierend auf Mitarbeiter der anderen Kategorien wirken. Deshalb muss man diese seiner Ansicht nach schnell loswerden, oder – noch besser – gar nicht erst einstellen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Knoblauchs Buch ist ein Plädoyer für das Primat des Personalmanagement – nichts ist seiner Ansicht nach wichtiger als das Potenzial der Human Ressources gewinnbringend zu nutzen.  Die richtige Auswahl und Förderung von Fach- und Führungskräften stellt demnach den entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Unternehmen dar und sollte daher stets oberste Priorität haben. Oder, wie der Autor es ausdrückt: „Wer neun von zehn Stellen richtig besetzt, wird Marktführer“.

Knoblauch, Jörg: „Die Personalfalle“
Frankfurt, 2010: Campus
ISBN: 978-3593390895

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