Weniger Hierarchie, mehr Demokratie – Frauen im Management
9. Februar 2010 in von Experteer
Immer mehr Frauen sind erfolgreich im gehobenen Management tätig – und zeigen damit gleichzeitig auch, dass weibliche Managementstile mehr und mehr gefragt sind. Wir stellen die diesbezüglich markantesten Unterschiede zu ihren männlichen Pendants dar und geben einige Tipps zum Vermeiden von Missverständnissen zwischen beiden Geschlechtern.
Bedeutung von Hierarchien
Die wohl deutlichste Differenz zwischen weiblichen und männlichen Managementstrategien ist die Bedeutung von Hierarchien in den jeweiligen geschlechtsspezifischen Konzepten. Während Männer als Führungskraft dazu neigen, Hierarchien aufzubauen, diese aufrecht zu erhalten und einen daran orientierten Führungsstil zu pflegen, tendieren Frauen eher zu demokratischen Managementstilen. Sie binden Andere in Entscheidungsprozesse ein, neigen verstärkt zur Teambildung und verlassen sich weniger auf hierarchische Strukturen und Weisungsbefugnisse.
Auch nehmen Männer in einer Führungsposition bestehende systemische Strukturen eher an und erhalten diese aufrecht, während bei Frauen eine größere Offenheit gegenüber Veränderungen zu erkennen ist. Allerdings entwickeln vor allem Frauen ihre individuellen Managementstrategien immer im Kontext der jeweiligen Unternehmenskultur. Eine weibliche Führungskraft neigt daher in einem primär männlich geprägten Management dazu, sich ebenfalls männliche Strategien anzueignen.
Empathie und Menschlichkeit
Ein weiteres essenzielles Merkmal weiblichen Führungsstils ist die größere Bedeutung von zwischenmenschlichen Aspekten wie Empathie, Aufmerksamkeit und sozialer Kompetenz. Während Männer meist den kürzesten Weg zum Erreichen eines Ziels wählen und dabei relativ wenig Rücksicht auf menschliche Aspekte nehmen, spielt bei Frauen im Management das soziale Unternehmensgefüge eine deutlich größere Rolle. Auch tendieren Frauen als Führungskraft dazu, in ihrer Tätigkeit mehr als „nur“ einen Job zu sehen, sie engagieren sich stärker und zeigen generell mehr Interesse am Gesamtkontext ihres Arbeitsumfeldes.
Unterschiedliches Management: Frauen führen anders als Männer
Es zeigt sich also, dass Männer und Frauen sehr unterschiedlich „führen“. Das Problem dabei: Sie tun es meist nicht unabhängig voneinander, sondern für gewöhnlich gemeinsam. Und da, das deutet sich in der voranstehenden Zusammenfassung bereits an, treffen mitunter Welten aufeinander – nicht nur im Führungsstil, sondern auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Auch wenn diesbezügliche Studien sicherlich immer mit Vorsicht genossen werden sollten: Ergebnisse, die bis zu 80 Prozent der Konflikte im Beruf auf geschlechtsspezifische Missverständnisse zurückführen, geben zu denken. Wie also können solche Konflikte – die nicht zuletzt auch die Karriere hemmen können – vermieden werden?
Generell gilt, dass die Denk- und Handlungsmuster des jeweils anderen Geschlechts berücksichtigt werden sollten, um Missverständnisse zu vermeiden. Dies fällt sicher nicht immer leicht, lässt sich aber mit Hilfe einiger zentraler Punkte durchaus bewerkstelligen. Aus weiblicher Sicht ist es beispielsweise sehr hilfreich, wenn die eigene Position im Dialog mit männlichen Kollegen direkt und offen dargestellt wird, da dies der männlichen Kommunikationsstruktur entgegen kommt – gleichzeitig sollten Männer berücksichtigen, dass Frauen tendenziell eher zurückhaltend in Ihren Äußerungen sind. Vermeintlich „unverbindliche“ Vorschläge der Kollegin sollten also nicht als solche abgetan werden, sondern ebenso wahrgenommen werden, wie „konkrete“ Aussagen männlicher Mitarbeiter.
Frauen sollten wiederum beachten, dass Männer einer klar strukturierten Argumentation besser folgen können – die Punkte WAS und WANN sind daher das A und O für die erfolgreiche Kommunikation mit dem männlichen Geschlecht. Ebenfalls sollte berücksichtigt werden, dass Männer eher Probleme mit dem Annehmen von Hilfe oder Kritik haben, als dies bei Frauen der Fall ist. Wenn also ein männlicher Kollege auf diesbezügliche Angebote nicht eingeht oder gar ablehnend wirkt, sollte sich Frau davon nicht abschrecken lassen oder dies gar als Zweifel in ihrer Kompetenz auffassen – es fällt Männern einfach schwerer, sich eigene Fehler einzugestehen. Und auch das gestehen Sie sich nicht gern ein…



